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Satire von Clemens Riedel, Schüler der Klasse 10a Eine Klassenfahrt ist lustig, eine Klassenfahrt ist schön
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Mit rasantem Tempo überholt der ICE grade eine Bimmelbahn auf der Strecke Hagen – Berlin. In diesem Zug sitzen wir, die 10a. Nach gefühlten 10 Stunden kommen wir in Berlin an und fahren in das
zentral gelegene Hotel. Das Pilzgulasch, das uns dort als Abendessen erwartet, hätte es von der Qualität mit dem besten Hummer im Adlon aufnehmen können. Abends gingen wir als letzte Tat vor dem
Ins-Feldbett-Gehen noch zum Fernsehturm am Alexanderplatz. Dort mussten wir überhaupt nicht lange warten oder Wucherpreise zahlen. Wir, die VIPs aus der Weltstadt Halver, wurden einfach durchgewunken.
Am nächsten Morgen hieß es: Ausschlafen bis 6:30 Uhr, um dann in dem Badezimmer mit den geräumigen Ausmaßen einer Zugtoilette zu duschen. Das Frühstück bot eine vielfältige Auswahl von schmackhaften
Marmeladen an. Daraufhin stand die Radtour durch Berlin und die dortigen Kriegsschauplätze an, bei der das Wetter einen neuen ungekannten Höhepunkt erreichte. Beim Besuch der Gedenkstätte
Hohenschönhausen hatten einige Personen, die sich auf Theater-, Opern-, Museums- oder gar Gedenkstättenbesuche spezialisiert hatten, besonders große Freude. Sie rollten mit ihren Augen wie ein Pferd,
bevor es zu Salami wird. An diesem Abend, als wir nach dem Besuch der Berliner Arkaden Freizeit bekamen. genoss die Mehrheit der Klasse den malerischen Anblick des Brandenburger Tores, anstatt wie
Lukas und ich durch die Berliner Shopping-Centren zu ziehen. Am Mittwoch war die Freude der oben bereits erwähnten Spezialisten erneut in Hochstimmung: Sie freuten sich über die Eingangshalle des
Technikmuseums, weil sie dort während 90% des Besuches saßen, bewunderten die Architektur des Paul-Löbe-Hauses und waren froh, dass sie anstatt Fast Food ein aus ihren Augen nicht ganz angemessenes Essen
vorgesetzt bekamen. Die Plenarsitzung war für viele Mitfühlende sehr aufregend, als sie die Politiker sehen konnten, die sie sonst immer nur in den ausführlichen Nachrichten einiger Privatsender
bewunderten. Anschließend wurde die Abgeordnete Petra Crone mit Fragen überschwemmt; einzig Lukas, Jan, Florian, Lara und ich konnten uns zurückhalten. Das Eventabendessen war für die meisten ein
kulinarischer Genuss, und sie wussten ihn zum Teil durch schlagartige Abwesenheit zu würdigen. Nur eine Handvoll aß die Köstlichkeiten aus Afrika.
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Am Donnerstag ging es ab 10:30 Richtung Bunkerführung. Nach dieser hatten wir bis 19:00 Freizeit. Einige von uns nutzten die Möglichkeit, sich dem abwechslungsreichen Shopping zuzuwenden,
da sie scheinbar nichts Anderes kannten und kennen lernen wollten. Der Rest erkundete die überaus eintönige Stadt. Nach dem Abendessen ging es in die Disco, wo sich die mit dem Abzappeln
hilflos überforderten und Tanzunfähigen an ihrem alkoholischen Mixgetränk festkrallten. Am nächsten Morgen hieß es Packen: Die Zimmer, die bis dato einer Müllhalde glichen, wurden wieder
bewohnbar. Die fahrbaren Kleiderschränke so manch einer Dame wurde wieder gefüllt oder einfach nur geschlossen, die männlichen Teilnehmer stopften, was das Zeug hält.
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Auf der Heimfahrt gelangten Lukas und ich in das Abteil eines älteren Ehepaares. Beide waren in etwa gleich alt und lehrten an einer Realschule. Als er aufstand, um sich von seinen Schülern etwas zum
Naschen zu klauen, schaute sie nur empört hinterher. Als der Herr mit seiner Beute - einem quietschgelben Donut - wieder ins Abteil kam, ließ sie nur eine abwertende Bemerkung von sich hören. Er
ignorierte seine bessere Hälfte, biss in den mit Hochdruck betankten Marmeladen-Reifen und.. matsch ein dicker gelber Konfitüre-Teppich legte sich auf die blütenweiße Hose der gut gekleideten Dame.
Sofort öffneten sich die Tore der Hölle:
Die Begeisterung über den klebrigen Schandfleck und die daraus resultierende Freude auf noch mehr Bügelwäsche waren überwältigend. Es ergoss sich ein für
weibliche Wesen üblicher halbstündiger Bestrafungsmonolog, den der Empfänger gelassen und wirkungslos an sich abtropfen lief. Netzer und Delling waren gestern. Heute sind Reininghaus und Zensen.
Überarbeitet von:
Svetlana Grubac, 9b Jonas Kandel, 9b
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